Tagesablauf

Es ist Zeit! Es ist Zeit! die Sonne blinzelt hinter der Rigi hervor, durch die Fenster unserer Schlafgemächer dringt ein verheissungsvolles Licht. Die Hunde erwachen, feuchte Hundenasen wecken mich auf, ahh, ein neuer Tag ist hier!

Nun aber raus, damit sich sofort alle versäubern können. In der Zwischenzeit schlüpfe ich in meine Kleider und schon sind wir alle unterwegs auf dem Morgenspaziergang.

Weil unser Gelände vollständig eingezäunt ist, brauche ich keine Leine. Bevor ich losmarschiere, kontrolliere ich nochmals alle Schlafstellen und wecke noch die paar Schlafmützen oder Morgenmuffel, alle müssen mit!

Die Sportler sind inzwischen schon am Dauerlauf, die Schnüffler kontrollieren jede nächtliche Spur am Boden, die älteren Hunde lassen sich Zeit und laufen auf anderen Wegen als auf der „Runway der Verrückten“. Häusliche Hunde warten schon mal beim Zelt, bis auch ich dort eintreffe.

Wenn sich dann die Jungen oder die Sportlichen ausgetobt haben, machen wir uns auf den Rückweg, gleich am Beginn der Spazierfläche ist die Futterstation, von allen Hunden ziemlich beliebt.

Das Futter wurde inzwischen von meinen tüchtigen Assistenten bereitgestellt, die Fütterung erfolgt nach unserem Füttungskonzept, somit erhalten am Morgen nur speziell ausgewählte Hunde Ihre Futterration.

Wir ziehen uns zurück ins Wohnhaus und eine erste Ruhephase beginnt. Die Sportler können sich erholen und die Gefütterten können in Ruhe verdauen. Wie von selbst beginnt ein, zwei Stunden später eine intensive Spielzeit, selbst ältere Semester lassen sich gerne auf ein Spielchen ein, sofern der Partner stimmt.

Bald ist es Mittag, Zeit für die Mittagsfütterung der Welpen und Junghunde gemäss Fütterungskonzept.

Zwischen 12:00 und 13:30 kehrt bei uns die Mittagspause ein, die Hunde tummeln sich entweder im Hausauslauf oder machen ganz einfach Siesta. Am Nachmittag öffnen wir den grossen Auslauf, wo sich auch der Swimming-Pool für die Hunde befindet. Den ganzen Nachmittag können die Hunde frei über Ihre Aktivität entscheiden, ältere Hunde schlafen eher, die Jungen spielen, Wasserratten bekommen nicht genug vom Schwimmbad und viele Hunde sind einfach dort, wo ich mich selbst befinde.

Gegen Abend sammeln wir alle Hunde zum grossen Abendspaziergang. Wieder wird ausgiebig gespielt, gerannt, herumgetollt, geschnüffelt und die Umgebung beobachtet.

Dann am Schluss des Spazierganges geht’s direkt zur Fütterungsanlage, Alle Futterrationen wurden inzwischen vom Betreuer-Team vorbereitet, für jeden Hund das richtige Futter in der richtigen Menge.

Soviel gespielt, gerannt, herumgetollt und jetzt sind alle Bäuchlein voll. Dankbar beziehen die Hunde das Ruhe- und Schlafquartier, Zeit für das Betreuer-Team, auch selbst das Nachessen einzunehmen.

Vor der endgültigen Schlafenszeit begleiten wir alle Hunde nochmals nach Draussen, damit sie sich ein letztes Mal versäubern können.

Nun werden alle Schlafräume für die Nacht vorbereitet, zusätzliche Teppiche ausgelegt und alle Wasservorräte aufgefüllt. Die Präsenzliste ab Computer wird verlesen und jeder Hund ein letztes Mal kontrolliert.

Diese Zeitspanne haben die Hunde genutzt, um noch den Abend spielend ausklingen zu lassen oder andere haben sich schon den privilegierten Schlafplatz gesichert.

Immer ein Mitglied vom Betreuer-Team schläft zusammen mit den Hunden. Natürlich dürfen die „Betthäschen“ einen Platz im Bett erhaschen, sie würden sonst frieren oder wären ganz einfach nicht glücklich.

Die Nachtwache bringt viel Sicherheit: wenn ein Gewitter aufzieht, fühlen sich die Hunde sicherer, wenn der Leitwolf anwesend ist. Oder ein Hund muss um morgens um drei Uhr raus, um sich nochmals zu versäubern. Schon passiert, dass ein Hund einen Erstickungsanfall erleidet oder eptileptischer Anfall ausbricht. Oder ein neuer Hund ist absolut untröstlich, vielfach hilft es, wenn er die erste Nacht ganz nah bei seinem Betreuer verbringen kann. Selten eine Nacht ohne Störung, weil sich ja unsere Belegschaft jeden Tage durch Abgänge und Zuzüger verändert.

Ganz sicher ist, wenn der Morgen kommt und die Sonne scheint durch das Fenster, ist es für Alle viel einfacher aufzustehen, als wenn draussen der Regen prasselt!

Alle Retrievers lieben den Regen ungemein, es kann nicht nass und dreckig genug sein. Ebenso die Collies, schliesslich sind sie Allwetterhunde. Die Schäferhunde kümmern sich eigentlich auch nicht so um die Umweltbedingungen, viel wichiger ist es, dass etwas läuft.

Arm dran sind die Dobermänner, die Weimaraner, die Visla, sowie die Dalmatiner. Wenn der Regen an die Scheiben prasselt, sind sie schwer aus ihrem Nest zu kriegen. Am liebsten würden sie unter der warmen Decke bleiben. So rennen sie halt denn von Vordach zu Vordach oder Baum zu Baum und dann natürlich sofort ins Zelt, damit ihr edles Fall ja nicht durchnässt wird.

Auf jeden Fall, am Schluss im Wohnhaus werden alle abgetrocknet, Warmluftofen generieren trockene Luft, die am Ende des Quartiers wieder abgesaugt wird. So sind dann alle Hunde sofort an der Wärme und auch schnell trocken.

Obwohl der Tagesablauf immer derselbe ist, wird er natürlich der Witterung und Temperatur angepasst. Bei schönen Wetter gehören die Hunde möglichst nach draussen, aber macht keinen Sinn, Hunde stundenlang an der Kälte oder in der Nässe zu lassen.